Tagesausflug in den Obstsortengarten Ohlsdorf und ins Oldtimermuseum Altmünster vom 22.09.2018

 


Um die 8000 Apfelsorten gibt es. Diese wurden in den vergangenen Jahrhunderten nach regionalen Bedürfnissen gezüchtet. Im Europas sortenreichsten Obst-Schaugarten in Ohlsdorf wachsen konnten wir mehr als 2000 verschiedene Sorten von Kern-, Stein-, Beeren- und Wildobst entdecken und teilweise auch verkosten.

Bei Kaffee und Obstkuchen berichtete  zu Beginn Klaus Strasser über die Entstehungsgeschichte dieses außergewöhnlichen Gartens.
Eine derartige Sortenvielfalt wie im Garten von Gabi und Klaus Strasser gibt es sonst nirgendwo in Europa. In jahrelanger Arbeit haben die beiden Obstliebhaber alte und neue Obstsorten zusammengetragen und diesen 15.000 m² großen Schaugarten errichtet.
Was bewegte die beiden zu einem solchen Vorhaben? „Wir wollen dem Thema Obst wieder größeren Stellenwert in der Öffentlichkeit geben. Denn die paar Gattungen Obst in den Supermärkten sind nur ein winzig kleiner Bruchteil der in Österreich existenten Sorten. Wir wollen Bewusstseinsbildung über die tolle Vielfalt betreiben – mit diesem angreifbaren, erfahrbaren und erkostbaren Sortengarten,“ so die Beweggründe der Beiden.
Den Strassers geht es mit ihrem Projekt, in welches sie jede freie Minute stecken, um den Erhalt der Sortenvielfalt.  Dieser Schaugarten soll Anlaufstelle für Hobby-Gärtner und Obst-Freunde sein. In den Baumschulen und Gartenfachmärkten kann man vor dem Kauf nur die Bäume sehen. Im Garten der Familie Strasser sieht man auch die Früchte und kann sie verkosten. So kann man vor dem Kauf auch den Geschmack testen.
„Die meisten Menschen kennen aus dem Supermarkt nur eine Handvoll Apfelsorten“, sagt Klaus Strasser. „Manche kaufen dann im Baumarkt einen Baum, ohne zu wissen, auf welche Unterlage er gepfropft ist.“ Sie würden im Großhandel auch keine Auskunft darüber erhalten, welche Sorten und welche Unterlagen sich für ihr Grundstück eignen. Seltene Edelreiser sollen vielen Garten- und Baumliebhaber hier finden können.
Im Obst-Sorten-Garten Ohlsdorf (OSOGO) sollen Hobbygärtner diese Informationen bekommen.
Rund 2000 Obstbäume hat Klaus Strasser in diesem Schaugarten gepflanzt, darunter 1500 Apfelsorten. Die Veredelung führte er selbst durch, die Reiser dafür bezieht er aus ganz Europa.
Denn der OSOGO ist Mitglied der ARGE Streuobst, einer Vereinigung, die sich um die Erhaltung alter Obstsorten bemüht. Bekanntestes Mitglied der ARGE ist die niederösterreichische Arche Noah. So wie deren Schaugärten soll der OSOGO auch eine Archiv-Funktion übernehmen. Alte Kultursorten, die für die Agro-Industrie zu wenig effizient sind oder dem Geschmack der Masse nicht entsprechen, werden unweit des Traunufers in Ohlsdorf vermehrt und gepflegt.
Der Obstgarten der Superlative ist viel mehr als nur Liebhaberei, sondern hat auch handfeste Hintergründe. „Alle modernen Apfelsorten basieren nur auf den drei Hauptsorten Golden Delicious, Jonathan und Cox Orange“, sagt Strasser. „Wenn Krankheiten Resistenzen durchbrechen, steht der kommerzielle Obstbau vor einem Riesenproblem.“ Nur der Erhalt der Vielfalt schütze hier.
Nach dem Mittagessen absolvierten wir eine Bootsfahrt am Traunsee bevor wir das Oldtimer Erlebnismuseum in Altmünster besichtigten.
Vom hölzernen Laufrad des Freiherrn von Drais über furchteinflößenden Hochräder bis zu den Chromblitzenden Waffenrädern der K & K zeit steht hier alles was „anno dazumal“ unsere Straßen befuhr. Nostalgische Motorfahrzeuge runden die Sammlung ab. Zahlreiche historische Themenbereiche werden in diesem Museum liebevoll präsentiert. Begeisterung zeigte man bei der Besichtigung des Einrad-Motorrades und an vielen anderen Kuriositäten. In einem edlen Automobil aus dem Lahr 1929 konnten die Besucher Probesitzen und sich mit nostalgischem Aufputz fotografieren lassen. Die geschichtlichen Zusammenhänge von Fahr- und Motorrad sind hier bestens dargestellt. Quer durch das Gemüsebeet konnten wir alles bestaunen. Von der schweren Harley zum Fahrrad zum Hilfsmotor, von den riemengetrieben Pionieren der Kaiserzeit zu den wetterfesten Rollern der 50er Jahre, nicht zu vergessen Mopeds, Gespanne, Rennmaschinen, uvm. ... Nach einer fachkundlichen, humorvollen Museumsführung gab es auch noch die Möglichkeit mit dem Museumsbesitzer in einer nostalgischen Beiwagenmaschine einige Runde zu ziehen.
Ein gemütlicher gemeinsamer Abschluss im Gasthaus Urzn am Gmundnerberg beendete diesen schöne, interessante und von Renate Hammerschmidt und Hans Kohlberger bestens organisierte Tagesfahrt.